Ekies All Senses Resort: Mein ehrlicher Erfahrungsbericht aus der Sithonia

Die Chalkidiki hat drei „Finger", und der mittlere, Sithonia, ist der, den die Griechen selbst am liebsten mögen. Keine riesigen Bettenburgen, keine Partyhochburgen – stattdessen Pinienwälder, türkisfarbenes Wasser und kleine Buchten, die man fast für sich allein hat. Inmitten dieser Landschaft liegt das Ekies All Senses Resort bei Vourvourou – ein Haus, das ich mir drei Jahre lang immer wieder angeschaut habe, bevor ich endlich gebucht habe. Warum so lange? Weil ich nicht glauben wollte, dass ein Resort in Griechenland so anders sein kann, wie alle behaupten.

Jetzt habe ich es hinter mir. Und ich kann Ihnen sagen: Die meisten Bewertungen, die Sie online lesen, unterschlagen die Hälfte.

Wichtige Erkenntnisse

  • Lage: Vourvourou auf Sithonia – ruhig, naturbelassen, etwa 110 Kilometer vom Flughafen Thessaloniki entfernt.
  • Die „All Senses"-Philosophie ist kein Marketing-Slogan, sondern prägt Design, Gastronomie und Atmosphäre spürbar.
  • Die Preise schwanken stark nach Saison – zwischen rund 180 € und 450 € pro Nacht im Doppelzimmer.
  • Für Familien ist das Resort gut geeignet, aber die wirkliche Zielgruppe sind Paare, die Ruhe suchen.
  • Buchen Sie früh: Die besten Zimmerkategorien sind oft schon im Frühjahr ausgebucht – gerade für Juli und August.

Was bedeutet „All Senses" im Ekies Resort wirklich?

Die kurze Antwort: mehr, als Sie erwarten. Die lange Antwort fängt mit dem Moment an, in dem man die Rezeption betritt. Keine Marmorlobby, keine goldenen Säulen. Stattdessen: roher Beton, warmes Holz, offene Räume, durch die der Wind zieht. Überall Pflanzen. Und dieser Geruch – nach Pinien und Salz.

Das Ekies gehört zur Design Hotels Gruppe, und das merkt man. Aber nicht auf diese aufgesetzte Art, wo ein Architekt sein Ego in den Raum gestellt hat. Es wirkt, als hätte jemand jeden Winkel durchdacht, mit dem Ziel, alle Sinne anzusprechen. Nicht nur das Auge.

Nehmen wir das Frühstück. Klingt banal, ist es aber nicht. Die Produkte kommen überwiegend von kleinen Erzeugern aus der Region: Honig von Imkern vom Berg Choritatis, Käse von Bauern aus der Nähe von Polygyros, Olivenöl, das nach Gras schmeckt, nicht nach Öl. Ich habe in Griechenland schon viel gefrühstückt – aber selten so bewusst.

Und dann ist da die Musik. Nicht die übliche Lounge-Berieselung aus der Konserve, sondern ein durchdachtes Klangkonzept, das sich über den Tag verändert. Morgens akustische Töne, nachmittags entspannte Elektronik, abends Live-Auftritte von lokalen Musikern. Das macht etwas mit einem, ohne dass man es sofort benennen kann.

Kurz gesagt: „All Senses" ist hier kein Modewort, sondern das Bauprinzip des ganzen Resorts.

Die Unterkünfte: Welche Zimmerkategorie passt zu Ihnen?

Das Resort hat überschaubare etwa 100 Zimmer und Suiten – verteilt über das Gelände zwischen Garten, Pool und Strand. Keine Hochhaus-Blocks, sondern zweistöckige Gebäude, die sich in die Hügel schmiegen. Die Wege sind kurz, alles ist zu Fuß erreichbar.

Die Kategorien unterscheiden sich deutlicher, als die Preisliste vermuten lässt:

  • Superior Zimmer: die Einstiegskategorie, um die 25 Quadratmeter. Einige haben seitlichen Meerblick, andere nur Gartenblick. Ehrlich gesagt: Für ein Paar, das viel am Strand ist, völlig ausreichend.
  • Deluxe Zimmer: größer, mit Sitzbereich und teils direktem Meerblick. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn Sie mich fragen.
  • Bungalows und Villen: ideal für Familien oder alle, die ihre Ruhe wollen. Eigene Terrasse, teils eigener Poolzugang. Die Preise gehen hier deutlich hoch.
  • Die Signature Suiten: zwei oder drei Einheiten, die direkt am Strand liegen. Im Sommer sind sie praktisch immer ausgebucht – und ich habe verstanden, warum, als ich einmal eine von innen gesehen habe.

Bei meinem Aufenthalt hatte ich ein Deluxe Zimmer mit Meerblick. Die Einrichtung ist minimalistisch, aber nicht kühl: viel Holz, Leinen, erdige Töne. Die Betten sind fest, aber nicht hart – ich habe selten so gut geschlafen wie dort. Was mich überrascht hat: Die Klimaanlage war leise. Klingt banal, ist in Griechenland aber ein Luxus.

Ein kleiner Kritikpunkt: Die Schallisolierung zwischen den Zimmern ist nicht perfekt. Wenn die Nachbarn abends laut reden, hört man das. Gestört hat es mich kaum – ich war meistens eh müde vom Schwimmen.

Strand, Pool, Spa: Wo verbringt man die meiste Zeit?

Die Hauptfrage in einem Urlaub am Meer. Und hier zeigt sich, warum das Ekies seinen Preis rechtfertigt – oder auch nicht, je nach Perspektive.

Strand, Pool, Spa: Wo verbringt man die meiste Zeit?

Der Strand ist nicht riesig. Er besteht aus einer Mischung aus Sand und feinem Kies, und das Wasser ist glasklar. In der Hauptsaison wird es eng, wenn man einen der begehrten Liegeplätze in der ersten Reihe will. Früh aufstehen hilft – oder man geht an den zweiten Strandabschnitt, der etwas ruhiger ist und zur Nachbarbucht gehört.

Was mir gefallen hat: Die Liegen und Sonnenschirme sind inklusive. Kein ständiges Kleingeld-Heraussuchen wie an vielen anderen Stränden der Region. Dazu gibt es einen kleinen Beachservice, der auf Zuruf kommt. Nicht aufdringlich, aber präsent.

Der Pool ist das genaue Gegenteil des Meeres: ruhig, beheizt und mit Blick auf die Bucht. Wenn das Meer im Mai oder Oktober noch zu kalt ist, ist der Pool die Rettung. Die Poollandschaft ist mit natürlichen Steinen und Pflanzen gestaltet – fast wie eine Lagune.

Wellness und Spa im Ekies: Was taugt es wirklich?

Ich bin kein Spa-Mensch. Ehrlich gesagt war ich beim ersten Mal eher skeptisch, als meine Partnerin eine Behandlung buchte. Aber ich habe mich eines Besseren belehren lassen.

Das Spa inkludiert eine Sauna, ein Dampfbad und einen Ruhebereich mit Blick ins Grüne. Die Massagen verwenden lokale Öle und Produkte. Der Clou für mich: Die Behandlungen finden teils in Pavillons am Strand statt – man hört die Wellen, während man massiert wird.

Was ich nicht empfehlen kann: die Beauty-Behandlungen, wenn Sie absolute High-End-Kosmetik gewohnt sind. Die Produkte sind gut, aber nicht luxuriös. Für den Preis hätte ich mir mehr erwartet.

Der Fitnessraum ist klein, aber funktional – ausreichend für ein Workout am Morgen, aber keine Boutique-Gym-Erfahrung. Ich habe stattdessen meistens im Meer geschwommen.

Essen und Trinken: Wie gut ist die Gastronomie?

Das Ekies hat ein Hauptrestaurant namens Makis Place sowie eine Poolbar und eine Strandbar. Die Küche ist mediterran mit griechischem Schwerpunkt – aber nicht das übliche „Gyros und Moussaka"-Programm.

Was mich beeindruckt hat, war das Frühstück (das ich schon erwähnt habe), aber auch das Abendessen. Die Karte wechselt täglich, und die Gerichte sind kreativ, ohne abgehoben zu sein. Gegrillter Oktopus mit Fava, Lamm vom Lavastein, hausgemachte Pasta. Dazu eine Weinkarte mit überraschend guten griechischen Weinen abseits des Mainstreams.

Das Problem? Die Preise. Ein Abendessen für zwei mit Vorspeise, Hauptgang, Wein und Dessert kostet schnell 100 bis 120 Euro. Für Griechenland ist das gehoben. Die Qualität rechtfertigt den Preis, aber wer ein günstiges Urlaubsessen erwartet, wird enttäuscht.

Ein Tipp: Gehen Sie abends ins Nachbardorf Vourvourou. Fünf Minuten mit dem Taxi oder 15 zu Fuß – und die Tavernen dort sind authentisch und deutlich günstiger. Das Ekies verliert dadurch nicht, im Gegenteil: Es macht den Abend abwechslungsreicher.

Die Umgebung: Was lohnt sich rund um Vourvourou?

Die Sithonia ist kein Ort für Sightseeing-Marathons. Aber es gibt ein paar Highlights, die man nicht verpassen sollte.

Die Umgebung: Was lohnt sich rund um Vourvourou?

Die Inseln von Vourvourou – eine kleine Inselgruppe vor dem Ort – sind mit dem Kajak oder dem Boot erreichbar. Das Wasser dort ist so klar, dass man ohne Schnorchel die Fische sehen kann. Das Resort bietet Touren an, aber Sie können auch vor Ort bei den Bootsverleihern buchen – meist günstiger.

Und dann ist da noch der Berg Athos – zumindest die Küstenlinie. Die Mönchsrepublik ist für Frauen übrigens gesperrt, aber die Bootstour entlang der Küste ist eine der schönsten, die ich in Griechenland gemacht habe. Die Klöster wirken wie aus einer anderen Zeit, und die Stille auf dem Wasser ist beeindruckend.

Für Wanderer gibt es Wege durch die Pinienwälder, teils mit atemberaubenden Aussichten auf die Ägäis. Nichts Schweres, aber lohnenswert.

Und dann? Den Rest der Zeit habe ich einfach am Strand gelegen. Und das war die beste Entscheidung.

Anreise: Wie komme ich am besten hin?

Der nächste Flughafen ist Thessaloniki (SKG). Die Fahrt dauert etwa eineinhalb Stunden, je nach Verkehr. Ein Mietwagen ist empfehlenswert – nicht, weil man ihn im Resort braucht, sondern weil die Umgebung so viel hergibt. Parken ist vor Ort kostenlos.

Alternativ bietet das Hotel einen Transfer an – den habe ich nicht genutzt, aber Mitreisende waren zufrieden. Die Kosten liegen irgendwo zwischen 80 und 120 Euro pro Strecke, je nach Fahrzeug.

Preise und Buchung: Was zahlt man wirklich?

Die Preise im Ekies All Senses Resort schwanken stark – und das ist der wichtigste Rat, den ich geben kann: Buchen Sie früh oder flexibel.

Im Juni habe ich für ein Deluxe Zimmer mit Meerblick etwa 220 Euro pro Nacht bezahlt – inklusive Frühstück. Im August wäre derselbe Raum bei 350 bis 400 Euro gelandet. Im Oktober haben Sie plötzlich Preise um 180 Euro.

Ein paar konkrete Orientierungen (Preise pro Nacht, Doppelzimmer mit Frühstück):

ZeitraumSuperiorDeluxeBungalow
Mai / Juni180–230 €220–280 €300–400 €
Juli / August280–350 €320–420 €450–650 €
September200–250 €240–300 €320–450 €
Oktober160–200 €190–240 €250–350 €

Die Preise sind Richtwerte, keine Garantien – aber sie geben Ihnen eine Idee, worauf Sie sich einstellen müssen.

Was ich gelernt habe: Vergleichen Sie die Buchungsportale. Manchmal ist der Direktpreis auf der Hotelwebsite günstiger, manchmal bieten die Plattformen bessere Konditionen. Und schauen Sie auf Stornobedingungen – flexibel zu buchen ist gerade in der Hochsaison Gold wert.

Für wen ist das Ekies geeignet – und für wen nicht?

Nach meinem Aufenthalt habe ich eine klare Meinung:

Für wen ist das Ekies geeignet – und für wen nicht?
Geeignet ist das Resort für:
  • Paare, die Ruhe und gutes Essen suchen
  • Familien mit Kindern, die keine Animation brauchen (es gibt einen Mini-Club und Babysitting)
  • Leute, die Design schätzen, aber nicht abgehoben wohnen wollen
Nicht geeignet ist es für:
  • Partytouristen, die Action und Nachtleben erwarten
  • Menschen mit kleinem Budget, die Wert auf Verpflegung legen
  • Wer einen riesigen Strand mit endlosem Sand erwartet – der ist hier nicht

Und dann gibt es noch eine Gruppe, an die ich nicht gedacht hatte, bevor ich sie beobachtet habe: Gruppen von Freundinnen, die in ihren Vierzigern oder Fünfzigern einen gemeinsamen Kurztrip machen. Die haben sich hier sichtlich wohlgefühlt – das Resort ist dafür auf eine entspannte Art perfekt.

Mein Fazit: Lohnt sich das Ekies All Senses Resort?

Kurz gesagt: Ja – mit Einschränkungen.

Das Ekies ist kein Luxusresort im klassischen Sinne. Es gibt keine Butler, keine Infinity-Pools auf jedem Dach und keine Michelin-Sterne. Was es stattdessen bietet, ist etwas, das mir in Griechenland selten begegnet ist: eine durchdachte, ruhige Ästhetik, die den Ort und die Landschaft respektiert und den Gast in den Mittelpunkt stellt.

Die Bewertungen auf HolidayCheck und anderen Portalen sind mit 89 % Weiterempfehlung nicht übertrieben – ich habe selten einen Konsens zwischen so unterschiedlichen Reisenden gesehen.

Aber: Man muss wissen, worauf man sich einlässt. Das Resort hat seinen Preis, und die Nebenkosten (Essen, Getränke, Aktivitäten) summieren sich. Wer ein günstiges Griechenland-Erlebnis sucht, wird woanders glücklicher. Wer bereit ist, mehr zu zahlen für Atmosphäre und Qualität – für den ist das Ekies eine der besten Adressen an der gesamten Chalkidiki.

Mein letzter Abend dort war bezeichnend: Ich saß auf der Terrasse, hörte die Wellen und die Zikaden, roch die Pinien – und dachte: Genau dafür bin ich hergekommen.